Geschichte

Die ehemalige Zeremonialkirche des englischen Königshauses, die Westminster Abbey, in der sowohl Krönung als auch Beisetzung, wie auch Hochzeiten britischer Monarchen abgehalten wurden, hat den Wandel der Zeit überstanden und bleibt somit, über 800 Jahre nach Baubeginn, ein Schmuckstück im herzen Londons. Den Gepflogenheiten einer von Konzernen dirigierten Welt konnte sie sich anpassen, wenngleich nicht unbedingt so, wie es sich der Urheber vorgestellt hätte. 2051 war das britische Königshaus – oder besser das, was noch davon übrig ist – bestrebt, die Kathedrale im Stil der anglofranzösischen Frühgotik zu veräußern. Stichtag für alle Arten von Angeboten war der 14th of June 2051. Am 3rd of November 2051 erhielt Velvenya plc, nach einigen Monaten der Sondierung, den Zuschlag. Über die Summe wurde Stillschweigen vereinbart. Im Nachhinein wurde jedoch bekannt, dass der Kaufvertrag über die Kathedrale mit dem indoenglischen Reedereikonzern nur unter der Bedingung geschlossen wurde, den einstigen Herrschern über das Empire im Fall von Umbau oder Komplettsanierung eine neue Ruhestätte einzurichten. Im Frühjahr 2053 wurden die ersten Exhumierungen einstiger, englischer Monarchen vorgenommen und die Kellergewölbe der Westminster Abbey grundlegend saniert und modernisiert. Das Umbetten der früheren Herrscher Großbritanniens zog sich, auch aufgrund einiger Proteste aus der Bevölkerung, bis Herbst 2055. Am englischen Nationalfeiertag, dem 17th of June 2056, wurde der von Velvenya plc errichtete „King’s Grave“, nahe Windsor Castle gelegen, in einem feierlichen Akt an die verbliebenen Royals übergeben. Bis zu diesem Zeitpunkt hielt sich der bauliche Fortschritt an der Kathedrale noch in Grenzen. Eine Verstärkung des teilweise maroden Fundaments hatte einige Monate in Anspruch genommen und darüber hinaus war es notwendig, einige Mauerstücke durch authentische Nachbauten zu ersetzen, um jegliches Risiko eines zeitnahen Einsturzes auszumerzen. In der frühen Phase des Baus wurden außerdem viele Requisiten, die auf eine kirchliche Nutzung schließen lassen könnten, entfernt und veräußert.

Von May bis Mitte October 2057 standen die Bauarbeiten in der eigentlichen Kirche mehr oder minder still, da sich Velvenya in den Kopf gesetzt hatte, der Abbey eine weitere Ebene hinzuzufügen. Die bis zu 68 Meter hohe Kathedrale wurde im eigentlichen Gebäude etwa auf halber Höhe durch einen ein bis zwei Meter dicken Synthetikglasboden getrennt. Dieser ist laut Inhaber Deredan Khan Karinor eine Sonderanfertigung und verfügt dank seiner speziellen Rezeptur zwar noch über die gewöhnlichen Eigenschaften von Glas, ist demnach sicht- und lichtdurchlässig, jedoch auch äußerst robust und im Stande, selbst schwerer panzerbrechender Munition standzuhalten.

Im October 2057 begann schließlich der Innenausbau und erstmalig wurden Details zur weiteren Verwendung der Westminster Abbey bekannt. Spätestens am 31st December 2059 sollte die Abbey wiedereröffnet werden, als Saljeth.